Der STEP Elternkurs aus Sicht einer Kursteilnehmerin

Zehn Wochen STEP - „Eine absolute Bereicherung für mich und meine Familie“

„Ich verstehe mein Kind oft nicht.“ „Ich wünsche mir, dass unser Alltag besser läuft.“ „Was tun, wenn mein Kind das Treppensteigen/Essen/Schlafengehen/verweigert?“ „Ich würde in Konfliktsituationen gern ruhiger bleiben.“ Mit diesen und ähnlichen Fragen und Erwartungen saßen wir am 11. Januar zum ersten Mal mit Christa Hübner zusammen. Wir, das waren 16 Mütter, die sich zehn Wochen lang jeden Montagabend in den Räumen des CVJM trafen, um angeleitet von Christa das „STEP Elterntraining 0-6 Jahre“ zu erarbeiten.

STEP (Systemisches Training für Eltern und Pädagogen) ist, um das hier nur kurz anzureißen, ein umfassendes Erziehungskonzept. Es hilft Eltern, eine tragfähige Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen, freundlich, respektvoll und bestimmt aufzutreten, ihren Kindern zuzuhören, sie zu ermutigen und ihr Selbstbewusstsein aufzubauen. Es weckt einen neuen Blick für Konfliktsituationen und leitet dazu an, sozusagen einen Schritt zurückzutreten statt gleich loszutoben, das Problem zu analysieren und dann eine zufriedenstellende Lösung zu finden, sinnvoll Disziplin anzuwenden und Grenzen zu setzen.

In Vorbereitung auf jedes der Treffen lasen die Teilnehmerinnen daheim das entsprechende Kapitel im STEP-Elternbuch und nutzten die Woche, um die Anregungen aus dem Buch an ihrer Familie „auszuprobieren“. Im Kurs vertiefte Christa das Thema anhand von Video-Sequenzen, Diskussionen in der Gruppe und Rollenspielen und beantwortete unsere Fragen.

Erkennbarerweise fiel es nicht jeder Mama immer leicht, zu später Stunde konzentriert zuzuhören, aber die Kursabende sowie das Vor- und Nacharbeiten waren gut investierte Zeit. Nicht nur das STEP-Konzept an sich erwies sich als hilfreich, um überhaupt erstmal seinen Erziehungsstil zu reflektieren und viele Konfliktsituationen zu verstehen und zu entschärfen. Wir profitierten auch von einem geschützter Rahmen, in dem alle Fragen stellen und feststellen konnten, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind (Ich erinnere mich an einen Stoßseufzer aus einer der ersten Wochen: „Oh, das tut so gut!“). Obwohl die zwei Stunden jeweils gut vollgepackt waren, gab uns Christa immer Raum und Zeit, um auch Fragen aus dem Familienalltag der Teilnehmerinnen zu klären. Und wann kann man schon mal auf 16 Expertinnen zurückgreifen und so viele wertvolle Anregungen mit nach Hause nehmen?

Obwohl ich wirklich kein Fan von Rollenspielen bin, bin ich gerade durch die selbst gespielten Szenen oft ins Nachdenken geraten. Wird man als Kind von einer Mama durch die Supermarktregale gezerrt, die von vornherein davon ausgeht, dass man sich daneben benehmen wird, fühlt sich das völlig anders an als klare Angaben und eine positive Grundeinstellung der Mama (wiewohl es natürlich keine Garantie auf ein gehorsames Kind gibt….). Unvergessen bleiben mir außerdem Eva’s* stoisch vorgetragener Satz „Ich hatte einen schrecklichen Tag“ sowie die Einschulung von Moni’s* ältester „Tochter“ Lotte mit plärrendem Baby Lilly und hilflosem Sandwich-Kind Romi*.

Ich glaube, wir kamen alle ganz schön ins Staunen, als gegen Ende ein Haufen an Zetteln auf dem Fußboden lag, auf denen Christa die verschiedenen Bausteine des STEP-Konzepts notiert hatte. Ermutigen, aktiv zuhören, Ich-Aussagen, Gefühle verworten, die RAST-Regel, das alles sind Schlagworte, die uns jetzt durch unseren Alltag begleiten. Wie gut das Ganze klappt, werden wir bei einem Nachtreffen im Mai sehen, das wieder Raum für Austausch bietet. Und wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich an Christa wenden (www.christahuebner.de), um die nächsten Kurstermine zu erfragen.
Wir hatten jedenfalls insgesamt viel Spaß und dürfen, im Großen wie im Kleinen, veränderte Familien erleben.                             

*Namen der Teilnehmer wurden geändert

Artikel von Claudia Wagner, Regensburg

Weitere Meinungen von Kursteilnehmer/innen

STEP hat uns dabei geholfen, eine neue Sichtweise einzunehmen. Die Praxis zu Hause zeigt, dass sich unsere Mühe gelohnt hat und zwar für alle Beteiligten. Die Stimmung ist entspannter, weil wir Methoden gelernt haben, die uns ruhiger und sicherer handeln lassen und weil wir nun noch sensibler auf unsere eigenen und
die Gefühle der Kinder reagieren können.
Christine von Winterfeldt und Carsten Dorn, zwei Kinder, Hamburg


STEP hilft mir auch in Stresssituationen zu sehen, dass das Kind/die Kinder dazugehören möchte(n). Diese Sichtweise wiederum macht es mir möglich, nicht in den Machtkampf zu gehen, sondern die STEP Fertigkeiten im Alltag konsequent und wohlwollend umzusetzen. Darüber hinaus erweitert STEP die Sicherheit bei Fragen der Eltern.
Beate Wegener, Mitarbeiterin in der Erziehungshilfe der Diakonie in Düsseldorf


Heute kann ich sagen: »Erziehung macht Spaß«. Durch den STEP Kurs kann ich kreativer an die Situation herangehen. Ich beziehe bei Konfliktsituationen nicht sofort alles auf mich, sondern habe gelernt, die Sache auch aus dem Blickwinkel des Kindes anzuschauen.
Monika Norz, Spielgruppenleiterin, zwei Kinder, Kloten, Schweiz

Expertenmeinung

Man soll das Kind lieben, aber nicht erdrücken; man soll das Kind stimulieren, aber nicht jagen; und man soll das Kind führen, aber nicht gängeln, sondern stark machen. STEP ist ein zutiefst demokratisches und humanes Konzept. Es zielt darauf ab, Menschen unterschiedlicher Generationen feste und klar strukturierte Regeln für den Umgang miteinander an die Hand zu geben. Die Grundüberlegungen dahinter lassen sich aber auch auf Partnerbeziehungen übertragen. Eltern können das »Beziehungshandwerk« lernen. Durch die Teilnahme an STEP Kursen verhalten sich Eltern effizienter und humaner.

Klaus Hurrelmann, Professor für Sozial- und Gesundheitswissenschaften

Mehr Infos auf der deutschlandweiten STEP-Seite